Herzuntersuchungen

Blutwerte, Troponin und BNP

Herz mit Blutproben und Laborumgebung sowie Hinweisen auf Troponin, BNP und weitere Blutwerte.

Die Grafik zeigt Blutentnahme und Laboranalyse sowie die Begriffe Troponin, BNP und weitere Blutwerte.

Troponin, BNP, NT-proBNP und weitere Blutwerte bei Herzuntersuchungen verständlich einordnen.

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Blutuntersuchungen und Herzmarker

Troponin

Troponin gehört zu den wichtigsten Laborwerten bei Verdacht auf eine akute Schädigung des Herzmuskels.

Häufig werden kardiales Troponin T oder kardiales Troponin I bestimmt.

Ein erhöhter kardialer Troponinwert bedeutet:

Es gibt einen Hinweis darauf, dass Herzmuskelzellen geschädigt wurden.

Das ist eine wichtige Information.

Aber:

Erhöhtes Troponin bedeutet nicht automatisch Herzinfarkt.

Troponin kann auch bei anderen Erkrankungen erhöht sein, beispielsweise bei:

  • Herzmuskelentzündung,
  • ausgeprägten Rhythmusstörungen,
  • Herzschwäche,
  • anderen schweren Erkrankungen.

Für die Diagnose eines Herzinfarkts werden deshalb unter anderem berücksichtigt:

  • Beschwerden,
  • EKG (Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität),
  • Höhe und Verlauf der Troponinwerte,
  • weitere Untersuchungen.

Da Troponin sich nach einer Herzmuskelschädigung im Verlauf verändern kann, werden Werte je nach Situation wiederholt gemessen.

hs-cTn (hochsensitives kardiales Troponin – sehr empfindlicher Bluttest auf Herzmuskelschädigung)

hs-cTn (hochsensitives kardiales Troponin – sehr empfindlicher Bluttest auf Herzmuskelschädigung) kann bereits geringe Mengen kardialen Troponins nachweisen.

Auch hier gilt: Ein Messergebnis wird nie ohne den klinischen Zusammenhang interpretiert.

Patavio-Merksatz

Troponin zeigt eine mögliche Herzmuskelschädigung – nicht automatisch deren Ursache.

BNP und NT-proBNP

Bei Verdacht auf Herzschwäche können bestimmte Blutwerte die weitere Beurteilung unterstützen.

Dazu gehören:

  • BNP (Blutwert, der Hinweise auf eine Belastung des Herzens geben kann),
  • NT-proBNP (Blutwert, der Hinweise auf eine Belastung des Herzens geben kann).

Diese Stoffe stehen mit Dehnung und Belastung des Herzmuskels in Zusammenhang.

Die Werte können dabei helfen einzuschätzen, ob eine Herzschwäche als Ursache von Beschwerden wahrscheinlicher oder weniger wahrscheinlich ist.

Sie stellen aber keine Diagnose für sich allein dar.

Alter, Nierenfunktion, Herzrhythmus und weitere Faktoren können die Werte beeinflussen.

Deshalb werden BNP (Blutwert, der Hinweise auf eine Belastung des Herzens geben kann) und NT-proBNP (Blutwert, der Hinweise auf eine Belastung des Herzens geben kann) zusammen mit Beschwerden, körperlicher Untersuchung, EKG (Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität), Herzultraschall und anderen Befunden bewertet.

Warum nennt Patavio hier keinen Grenzwert?

Grenzwerte hängen unter anderem von Untersuchungssituation, Testverfahren und klinischer Fragestellung ab.

Eine allgemeine Wissensseite sollte deshalb keinen einzelnen Zahlenwert als Selbstdiagnose-Grenze anbieten.

Weitere wichtige Blutwerte

Auch Laborwerte, die nicht ausschließlich „Herzwerte“ sind, können für eine kardiologische Beurteilung wichtig sein.

Elektrolyte

Zum Beispiel:

  • Kalium,
  • Natrium,
  • Magnesium.

Sie können unter anderem für Herzrhythmus und Medikamentenbehandlung relevant sein.

Nierenwerte

Herz und Nieren beeinflussen sich gegenseitig.

Außerdem ist die Nierenfunktion beispielsweise vor Untersuchungen mit bestimmten Kontrastmitteln wichtig.

Schilddrüse

Eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann Herzfrequenz und Herzrhythmus beeinflussen.

Blutfette

Cholesterinwerte helfen bei der Beurteilung des Risikos für Gefäßerkrankungen.

Blutzucker und Langzeitblutzucker

Diabetes gehört zu den wichtigen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wichtig

Ein Laborwert wird nie allein durch die Farbe „rot“ oder „grün“ in einem Befund medizinisch interpretiert.

Referenzbereich, persönliche Situation, Medikamente und andere Ergebnisse gehören dazu.