Bei möglichen Notfallzeichen
Starke oder plötzlich auftretende Brustbeschwerden, schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder Verdacht auf einen Herzinfarkt: sofort 112.
Wenn unklar ist, ob Lebensgefahr besteht, gilt im Zweifel ebenfalls der Notruf.
Bei einem akuten Notfall nicht erst diese Seite weiterlesen.
→ Herz-Notfälle erkennen und richtig handeln →
Brustschmerzen, Druck und Engegefühl
Beschwerden im Brustkorb gehören zu den bekanntesten möglichen Herzsymptomen.
Sie müssen sich aber nicht immer wie ein klarer „Schmerz“ anfühlen.
Menschen beschreiben beispielsweise:
- Schmerz,
- Druck,
- Enge,
- Brennen,
- Schweregefühl,
- Beklemmung,
- ein unangenehmes Gefühl hinter dem Brustbein.
Solche Beschwerden können bei einer verminderten Durchblutung des Herzmuskels auftreten. Sie können aber auch zahlreiche andere Ursachen haben.
Wichtig
Nicht die genaue Wortwahl entscheidet darüber, ob eine Situation gefährlich ist.
Ein ausgeprägter Druck oder eine starke Enge im Brustkorb kann genauso ernst zu nehmen sein wie ein starker Schmerz.
Starke, plötzlich auftretende oder bedrohlich wirkende Brustbeschwerden → 112.
Was bedeutet Angina pectoris?
Angina pectoris bedeutet sinngemäß Brustenge.
Der Begriff beschreibt Beschwerden, die entstehen können, wenn der Herzmuskel vorübergehend nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird.
Häufig steckt dahinter eine KHK (koronare Herzkrankheit – Erkrankung der Herzkranzgefäße), bei der Herzkranzgefäße verengt sind.
Bei einer sogenannten stabilen Angina pectoris können Beschwerden beispielsweise bei körperlicher Belastung auftreten und nachlassen, wenn die Belastung endet.
Neu auftretende, deutlich zunehmende oder in Ruhe auftretende Brustbeschwerden können dagegen Zeichen eines akuten Koronarsyndroms sein. Dazu gehören unter anderem instabile Angina pectoris und Herzinfarkt.
Wichtig
Laien sollen nicht versuchen, anhand der Beschwerden selbst zwischen stabiler Angina, instabiler Angina und Herzinfarkt zu unterscheiden. Diese Einordnung erfordert medizinische Untersuchungen.
Bei entsprechenden akuten oder bedrohlich wirkenden Brustbeschwerden: 112.
Wenn Beschwerden ausstrahlen
Herzbedingte Beschwerden müssen nicht ausschließlich im Brustkorb wahrgenommen werden.
Schmerzen oder unangenehme Empfindungen können unter anderem ausstrahlen in:
- einen oder beide Arme,
- die Schulter,
- den Rücken,
- den Hals,
- den Unterkiefer,
- den Oberbauch.
Wichtig
Ein Herzproblem muss nicht dort wehtun, wo das Herz anatomisch liegt.
Umgekehrt bedeutet ein Schmerz im Arm, Rücken oder Kiefer allein noch nicht, dass das Herz die Ursache ist.
Entscheidend ist der gesamte Zusammenhang.
Kalter Schweiß, Blässe, Übelkeit und starke Schwäche
Bei einem akuten Herzinfarkt können neben Brustbeschwerden weitere Zeichen auftreten.
Dazu gehören unter anderem:
- kalter Schweiß,
- Blässe,
- Übelkeit,
- Erbrechen,
- Schwindel,
- ausgeprägte Schwäche,
- Atemnot.
Diese Beschwerden sind für sich genommen ebenfalls nicht spezifisch für einen Herzinfarkt.
In Kombination mit plötzlich auftretenden starken Brustbeschwerden oder schwerer Atemnot sind sie jedoch wichtige Warnzeichen.
Dann 112.
Herzbeschwerden bei Frauen
Über lange Zeit wurde der Herzinfarkt stark mit einem bestimmten Bild verbunden:
ein Mann mit plötzlich stärkstem Brustschmerz.
Dieses Bild ist zu eng.
Frauen können selbstverständlich ebenfalls Brustschmerzen oder Druck im Brustkorb haben. Gleichzeitig können bei ihnen Beschwerden wie:
- Atemnot,
- Übelkeit,
- Erbrechen,
- ausgeprägte Schwäche
stärker im Vordergrund stehen.
Aber bitte kein neues Klischee
Es wäre genauso falsch zu sagen:
„Männer haben Brustschmerz, Frauen haben Übelkeit.“
So funktioniert Medizin nicht.
Herzinfarkte können bei Frauen und Männern unterschiedlich aussehen. Das Fehlen eines vermeintlich typischen Symptoms schließt einen Herzinfarkt nicht aus.

