Patavio-Glossar · Redaktioneller Eintrag

Prostatakrebs verständlich erklärt

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Informationen zum Begriff

Verständlich erklärt
Prostatakrebs ist eine bösartige Erkrankung der Prostata. Die meisten Prostatakarzinome entstehen aus Drüsenzellen des Organs.
Verwandte Krankheitsbilder
  • Benigne Prostatahyperplasie: gutartige Vergrößerung der Prostata und kein Prostatakrebs
  • Prostatitis: Entzündung der Prostata
  • erhöhter PSA-Wert: kann verschiedene Ursachen haben und ist allein keine Krebsdiagnose.
Häufige Symptome
  • Früh häufig keine Beschwerden
  • Beschwerden beim Wasserlassen sind unspezifisch und können beispielsweise auch durch eine gutartige Prostatavergrößerung entstehen
  • bei fortgeschrittener Erkrankung sind weitere Beschwerden möglich.
Allgemeiner Verlauf
Prostatakarzinome können biologisch sehr unterschiedlich verlaufen. Weder ein erhöhter PSA-Wert noch eine vergrößerte Prostata sind für sich genommen gleichbedeutend mit Prostatakrebs.
Verlauf, Heilbarkeit und Aussichten

Verlauf: Prostatakrebs kann sehr unterschiedlich verlaufen. Manche lokal begrenzten Tumoren wachsen so langsam, dass zunächst eine aktive Überwachung mit regelmäßigen Kontrollen möglich ist. Andere Tumoren sind biologisch aggressiver, wachsen schneller oder haben sich bei der Diagnose bereits außerhalb der Prostata ausgebreitet. Für die Einordnung werden unter anderem Tumorstadium, PSA-Wert und das Gleason- beziehungsweise ISUP-Grading genutzt; diese Befunde beschreiben, wie auffällig und aggressiv die Krebszellen unter dem Mikroskop erscheinen.

Heilbarkeit und Behandlung: Lokal begrenzter Prostatakrebs ist häufig heilbar. Operation und Strahlentherapie können mit dem Ziel einer dauerhaften Heilung eingesetzt werden. Bei ausgewählten Niedrigrisiko-Tumoren kann dagegen zunächst überwacht werden, weil eine sofortige Behandlung nicht immer einen Vorteil bringt. Bei metastasiertem Prostatakrebs ist eine dauerhafte Heilung in der Regel nicht zu erwarten. Hormonentzug und weitere moderne Medikamente können die Erkrankung jedoch häufig über längere Zeit kontrollieren, Beschwerden verhindern oder lindern und das Überleben verlängern.

Lebenserwartung beziehungsweise Aussichten: Das RKI weist für Deutschland für 2021 bis 2023 ein relatives 5-Jahres-Überleben von 92 Prozent aus. Relativ bedeutet, dass das Überleben der Erkrankten mit dem erwarteten Überleben der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts verglichen wird. Dieser Gruppenwert ist keine persönliche Lebenszeitprognose. Er wird stark durch die vielen früh diagnostizierten Erkrankungen geprägt; fortgeschrittene Stadien haben deutlich andere Aussichten. Wichtig sind insbesondere Stadium, Tumorgrad, PSA-Verlauf, Allgemeinzustand, Metastasierung und Therapieansprechen.

Medizinische Einordnung
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