Patavio-Glossar · Redaktioneller Eintrag

Prolaktin verständlich erklärt

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Informationen zum Begriff

Verständlich erklärt
Prolaktin ist ein Hormon, das in der Hirnanhangsdrüse – der Hypophyse – gebildet wird. Besonders bekannt ist seine Rolle bei der Milchbildung nach einer Geburt. Prolaktin beeinflusst jedoch auch die Steuerung der Geschlechtshormone.

Ein erhöhter Prolaktinwert wird als Hyperprolaktinämie bezeichnet.
Bedeutung im Alltag
Ein erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch, dass ein Hypophysentumor vorliegt. Schwangerschaft und Stillzeit erhöhen Prolaktin natürlicherweise. Auch Stress bei der Blutentnahme, eine Schilddrüsenunterfunktion, Nieren- oder Lebererkrankungen und zahlreiche Medikamente können den Wert erhöhen.

Bei einer erhöhten Prolaktinkonzentration ohne dazu passende Beschwerden kann außerdem sogenanntes Makroprolaktin eine Rolle spielen. Dabei zirkulieren größere Prolaktin-Komplexe im Blut, die im Labortest mitgemessen werden können, biologisch aber meist deutlich weniger wirksam sind. Dadurch kann ein Laborwert auffällig erscheinen, ohne dass eine typische Hyperprolaktinämie vorliegt.

Zu den möglichen Folgen dauerhaft erhöhter biologisch wirksamer Prolaktinwerte gehören Zyklusstörungen, Milchfluss außerhalb der Stillzeit, verminderte Libido oder eine eingeschränkte Funktion der Keimdrüsen. Erst wenn eine Hyperprolaktinämie bestätigt und andere Ursachen geprüft wurden, wird je nach Situation die Hypophyse weiter untersucht.
Typische Unterlagen
  • Endokrinologie
  • Gynäkologie
  • Andrologie
  • Kinderwunschdiagnostik
  • Hypophysenambulanz
  • Hormonlabor
Medizinische Einordnung
Kontrollbedürftig / mit Ärzt:innen besprechen.
Sicherheitshinweis
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