Patavio-Glossar · Redaktioneller Eintrag

Periprothetische Gelenkinfektion verständlich erklärt

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Informationen zum Begriff

Verständlich erklärt
Eine periprothetische Gelenkinfektion ist eine Infektion im Bereich eines künstlichen Gelenks und des unmittelbar angrenzenden Gewebes. Periprothetisch bedeutet „um eine Prothese herum“. Eine Prothese ist hier ein künstlicher Gelenkersatz, beispielsweise ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk. Krankheitserreger können während oder nach einer Operation in den Bereich gelangen oder später über das Blut dorthin verschleppt werden. Manche Bakterien können auf der Oberfläche einer Prothese eine schützende Schicht bilden. Diese wird Biofilm genannt und kann dazu beitragen, dass sich eine Infektion über längere Zeit hält und schwieriger zu behandeln ist.
Verwandte Krankheitsbilder
  • Aseptische Prothesenlockerung: Lockerung eines künstlichen Gelenks ohne Infektion. „Aseptisch“ bedeutet in diesem Zusammenhang „nicht durch Krankheitserreger verursacht“. Beschwerden und Röntgenbefunde können einer schleichenden Infektion ähneln.
  • Bakterielle Infektion eines natürlichen Gelenks: Infektion eines Gelenks, in dem keine Gelenkprothese vorhanden ist.
  • Periprothetische Fraktur: Knochenbruch unmittelbar neben einem künstlichen Gelenk. „Fraktur“ ist der medizinische Begriff für Knochenbruch.
Häufige Symptome
  • neu auftretende oder zunehmende Schmerzen am künstlichen Gelenk
  • Schwellung, Rötung oder Überwärmung können auftreten
  • Wundflüssigkeit oder eine dauerhaft offene Verbindung zur Haut möglich
  • Fieber bei akut verlaufenden Infektionen möglich
  • langsam verlaufende Infektionen können sich nur durch zunehmende Schmerzen oder eine Lockerung der Prothese bemerkbar machen
Allgemeiner Verlauf
Periprothetische Gelenkinfektionen können kurz nach einer Operation plötzlich auftreten oder sich erst Monate beziehungsweise Jahre später bemerkbar machen. Besonders langsam verlaufende Infektionen können schwer von einer nicht infektiösen Prothesenlockerung zu unterscheiden sein. Für die Diagnose werden deshalb meist mehrere Befunde gemeinsam beurteilt. Die Behandlung kann je nach Situation Medikamente gegen Bakterien und unterschiedliche operative Verfahren umfassen.
Medizinische Einordnung
Kontrollbedürftig / mit Ärzt:innen besprechen.
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