Nabelschnur-Blutgasanalyse: pH-Wert und Base Excess nach der Geburt verständlich erklärt
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Informationen zum Begriff
Verständlich erklärt
Bei einer Nabelschnur-Blutgasanalyse wird unmittelbar nach der Geburt Blut aus der Nabelschnur untersucht. Häufig wird dafür Blut aus einer Nabelarterie verwendet. Das sind Blutgefäße, die während der Schwangerschaft Blut vom Kind in Richtung Plazenta – also zum Mutterkuchen – transportieren.
Ein wichtiger Messwert ist der pH-Wert. Er zeigt, wie sauer oder basisch das Blut ist. Ein niedrigerer pH-Wert bedeutet, dass das Blut saurer ist.
Ein weiterer Wert ist der Base Excess, kurz BE. Dieser englische Begriff bedeutet sinngemäß „Basenüberschuss“. Der Wert beschreibt, ob die Stoffe im Blut, die Säuren abpuffern, im Gleichgewicht sind. Ein deutlich negativer BE kann darauf hinweisen, dass sich im Körper vermehrt Säuren angesammelt haben. Dadurch hilft der Wert zu unterscheiden, ob eine Übersäuerung stärker durch solche Stoffwechselveränderungen oder beispielsweise durch eine vorübergehende Ansammlung von Kohlendioxid beeinflusst wird.
Bedeutung im Alltag
Ein niedriger Nabelschnur-pH ist nicht automatisch der Beweis für einen schweren Sauerstoffmangel, eine Hirnschädigung oder spätere Entwicklungsstörungen.
Die Werte werden gemeinsam beurteilt: Dazu gehören insbesondere pH-Wert, Base Excess und weitere Werte der Blutgasanalyse sowie der Zustand des Kindes nach der Geburt, Apgar-Werte, benötigte medizinische Unterstützung und der weitere Verlauf.
Eine Übersäuerung des Nabelschnurblutes besitzt für sich allein nur eine begrenzte Aussagekraft für den späteren Verlauf. Eine deutlichere Veränderung bekommt vor allem dann mehr Bedeutung, wenn gleichzeitig weitere auffällige Zeichen beim Kind vorliegen.
Deshalb sollte beispielsweise ein isolierter Wert wie „pH 7,17“ nicht ohne den übrigen Geburts- und Neugeborenenbefund als Diagnose interpretiert werden.
Typische Unterlagen
Geburtsbericht
Kreißsaaldokumentation
Entlassungsbericht von Mutter oder Kind
Laborbefund aus Nabelarterien- oder Nabelvenenblut
Dokumentation der Erstversorgung des Neugeborenen
Medizinische Einordnung
Kontrollbedürftig / mit Ärzt:innen besprechen.
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