Informationen zum Begriff
- Verständlich erklärt
- Das Mantelzell-Lymphom ist eine Krebserkrankung bestimmter B-Zellen – weißer Blutkörperchen des Immunsystems. B-Zellen sind eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen und gehören zum Immunsystem. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei der Bildung von Antikörpern. Der Name stammt von einem bestimmten Bereich im Lymphknoten, der Mantelzone, aus deren Zellen die Erkrankung hervorgeht. Das Mantelzell-Lymphom kann bei manchen Betroffenen vergleichsweise langsam, bei anderen deutlich schneller verlaufen. Bei den meisten Erkrankten findet sich eine charakteristische Veränderung der Erbanlagen, durch die zu viel Cyclin D1 gebildet wird. Cyclin D1 ist ein Eiweiß, das die Zellteilung mitsteuert.
- Verwandte Krankheitsbilder
- Follikuläres Lymphom: Meist langsam wachsendes B-Zell-Lymphom mit anderer Zellherkunft und anderen genetischen Merkmalen. B-Zellen sind eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen und gehören zum Immunsystem. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei der Bildung von Antikörpern.
- Chronische lymphatische Leukämie (CLL): Krebserkrankung reifer B-Zellen, bei der häufig Blut und Knochenmark besonders deutlich betroffen sind. B-Zellen sind eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen und gehören zum Immunsystem. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei der Bildung von Antikörpern.
- Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL): Meist rasch wachsendes B-Zell-Lymphom mit anderer biologischer Einordnung. B-Zellen sind eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen und gehören zum Immunsystem. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei der Bildung von Antikörpern.
- Häufige Symptome
- vergrößerte Lymphknoten
- Müdigkeit
- vergrößerte Milz mit möglichem Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch
- ungeklärtes Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust möglich
- bei manchen Betroffenen Beteiligung von Knochenmark, Blut oder Magen-Darm-Bereich
- Allgemeiner Verlauf
- Das Mantelzell-Lymphom wird häufig erst entdeckt, wenn mehrere Körperregionen betroffen sind. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich: Manche Formen entwickeln sich langsam, andere deutlich aggressiver. Deshalb werden neben Ausbreitung und Beschwerden auch biologische Eigenschaften der Krebszellen für die Behandlungsplanung berücksichtigt.
- Verlauf, Heilbarkeit und Aussichten
Verlauf: Das Mantelzell-Lymphom ist ein B-Zell-Lymphom, also eine Krebserkrankung bestimmter weißer Blutkörperchen, mit sehr unterschiedlichem Verlauf. Obwohl es formal zu den eher langsam wachsenden Lymphomen gerechnet wird, verläuft es bei einem Teil der Betroffenen deutlich aggressiver. Die meisten Erkrankungen werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Bei einer eher langsam verlaufenden Form und niedriger Krankheitslast kann zunächst eine engmaschige aktive Überwachung möglich sein. Bestimmte biologische Merkmale der Lymphomzellen kennzeichnen dagegen Hochrisiko-Verläufe.
Heilbarkeit und Behandlung: Mit den heute üblichen Standardbehandlungen ist das Mantelzell-Lymphom in der Regel nicht dauerhaft heilbar. Die aktuelle Onkopedia-Leitlinie beschreibt als Therapieziel eine möglichst lange Remission und eine Verlängerung der Überlebenszeit. Remission bedeutet, dass die Erkrankung deutlich zurückgeht oder zeitweise nicht mehr nachweisbar ist. Immunchemotherapien und zielgerichtete Medikamente können solche Remissionen über längere Zeit erreichen. Bei Rückfällen stehen unter anderem sogenannte BTK-Hemmer zur Verfügung; bei geeigneten Betroffenen können auch CAR-T-Zellen eingesetzt werden, also genetisch veränderte eigene Abwehrzellen, die Lymphomzellen erkennen sollen. Auch lange Remissionen sind jedoch keine Garantie für Heilung.
Lebenserwartung beziehungsweise Aussichten: Das RKI weist für Deutschland für 2021 bis 2023 ein relatives 5-Jahres-Überleben von 60 Prozent bei Frauen und 55 Prozent bei Männern aus. Relativ bedeutet, dass das Überleben der Erkrankten mit dem erwarteten Überleben der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts verglichen wird. Diese Gruppenwerte sind keine persönliche Lebenszeitprognose. Für die individuelle Aussicht sind insbesondere Alter, Allgemeinzustand, Risikogruppe, Zellteilungsaktivität, bestimmte genetische Veränderungen der Lymphomzellen wie TP53-Veränderungen, Therapieansprechen und ein möglicher Rückfall wichtig.
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