Kellgren-Lawrence-Grad bei Kniearthrose verständlich erklärt
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Informationen zum Begriff
Verständlich erklärt
Die Kellgren-Lawrence-Klassifikation ist eine Einteilung, mit der Veränderungen einer Kniearthrose im Röntgenbild beschrieben werden können. Eine Kniearthrose – medizinisch Gonarthrose genannt – ist eine Verschleißerkrankung des Kniegelenks.
Die Einteilung beschreibt vor allem Veränderungen am Gelenkspalt und an den Knochen. Der Gelenkspalt ist auf dem Röntgenbild der Abstand zwischen den gelenkbildenden Knochen. Der Gelenkknorpel selbst ist auf einem normalen Röntgenbild nicht direkt sichtbar. Wird der Gelenkspalt schmaler, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass Knorpel verloren gegangen ist.
Außerdem können sogenannte Osteophyten entstehen. Das sind knöcherne Anbauten am Rand eines Gelenks.
Je nach verwendeter Darstellung kann zusätzlich Grad 0 angegeben werden. Damit ist ein Röntgenbild ohne erkennbare Arthrosezeichen gemeint.
Die Einteilung reicht in der verwendeten deutschen Klassifikation von Stadium 1 bis 4:
- Stadium 1: leichte Verdichtung des Knochens unmittelbar unter dem Gelenkknorpel; noch keine knöchernen Randanbauten und keine Gelenkspaltverschmälerung. - Stadium 2: leichte Verschmälerung des Gelenkspalts und beginnende knöcherne Randanbauten. - Stadium 3: deutlichere knöcherne Randanbauten, Gelenkspaltverschmälerung und ausgeprägtere Unregelmäßigkeiten der Gelenkflächen. - Stadium 4: sehr starke Gelenkspaltverschmälerung bis hin zu schweren Veränderungen und Verformungen der gelenkbildenden Knochen.
Bedeutung im Alltag
Der wichtigste Punkt ist: Der Kellgren-Lawrence-Grad ist eine Röntgeneinteilung und keine Schmerzskala.
Ein höherer Grad bedeutet, dass im Röntgenbild stärkere Veränderungen sichtbar sind. Daraus lässt sich aber nicht unmittelbar ableiten, wie stark ein Mensch Schmerzen hat oder wie eingeschränkt er im Alltag ist.
Ebenso bedeutet beispielsweise Grad 4 nicht automatisch, dass sofort ein künstliches Kniegelenk notwendig ist. Eine Behandlungsentscheidung wird nicht nur anhand des Röntgenbildes getroffen. Beschwerden, Gehfähigkeit, Beweglichkeit, Stabilität des Knies, bisherige Behandlungen, persönliche Ziele und weitere medizinische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.
Umgekehrt können deutliche Kniebeschwerden bestehen, obwohl die Röntgenveränderungen noch vergleichsweise gering erscheinen. Deshalb sollten Röntgenbild und tatsächliche Beschwerden nicht miteinander gleichgesetzt werden.
Typische Unterlagen
Röntgenbefund des Kniegelenks
orthopädischer Arztbrief
Befund einer Arthrosesprechstunde
Operationsplanung
Verlaufsbeurteilung einer Kniearthrose
Medizinische Einordnung
Kontrollbedürftig / mit Ärzt:innen besprechen.
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