Informationen zum Begriff
- Verständlich erklärt
- Das Harnblasenkarzinom entsteht meist aus der Schleimhaut der Harnblase und gehört überwiegend zu den Urothelkarzinomen. Ein wichtiges Warnzeichen ist sichtbares oder im Labor nachgewiesenes Blut im Urin, das auch viele andere Ursachen haben kann.
- Verwandte Krankheitsbilder
- Blasenentzündung (Zystitis): Häufige gutartige Ursache von Beschwerden und Blutbeimengungen im Urin.
- Urothelkarzinom des oberen Harntrakts: Verwandte Tumorerkrankung von Nierenbecken oder Harnleiter.
- Häufige Symptome
- Blut im Urin
- häufiger oder schmerzhafter Harndrang
- teilweise keine weiteren Beschwerden
- bei fortgeschrittener Erkrankung Schmerzen oder Gewichtsverlust
- Allgemeiner Verlauf
- Nicht muskelinvasive und muskelinvasive Tumoren werden unterschiedlich behandelt. Entscheidend sind Eindringtiefe, Tumorgrad, Anzahl und Rückfallrisiko. Deshalb sind nach der Erstbehandlung regelmäßige Kontrollen besonders wichtig.
- Verlauf, Heilbarkeit und Aussichten
Verlauf: Harnblasenkarzinome unterscheiden sich vor allem danach, wie tief der Tumor in die Blasenwand eingewachsen ist. Nicht-muskelinvasiver Harnblasenkrebs ist auf die Schleimhaut und oberflächliche Wandschichten begrenzt. Er kann nach einer Behandlung erneut in der Blase auftreten; je nach Risikogruppe kann er auch in ein tieferes Stadium fortschreiten. Muskelinvasiver Harnblasenkrebs ist bereits in die Muskelschicht eingewachsen und benötigt meist eine intensivere Behandlung. Hat sich die Erkrankung in entfernte Organe ausgebreitet, spricht man von metastasiertem Harnblasenkrebs.
Heilbarkeit und Behandlung: Nicht-muskelinvasiver Harnblasenkrebs wird mit dem Ziel einer vollständigen Heilung behandelt. Auch bei muskelinvasiven, noch nicht metastasierten Tumoren kann eine Behandlung mit Heilungsziel möglich sein, etwa durch Entfernung der Harnblase oder in ausgewählten Situationen durch ein blasenerhaltendes kombiniertes Vorgehen. Zusätzliche medikamentöse Behandlungen können das Rückfallrisiko senken. Bei Fernmetastasen ist eine dauerhafte Heilung in der Regel nicht zu erwarten; Chemotherapie, Immuntherapie und zielgerichtete Verfahren können die Erkrankung jedoch bremsen, Beschwerden lindern und das Überleben verlängern.
Lebenserwartung beziehungsweise Aussichten: Das RKI weist für invasive Harnblasenkarzinome in Deutschland 2021 bis 2023 ein relatives 5-Jahres-Überleben von 42 Prozent bei Frauen und 56 Prozent bei Männern aus. Relativ bedeutet, dass das Überleben der Erkrankten mit dem erwarteten Überleben der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts verglichen wird. Diese Gruppenwerte sind keine persönliche Lebenszeitprognose. Entscheidend sind insbesondere Tumorstadium, Eindringtiefe, feingeweblicher Typ, Lymphknoten- oder Fernmetastasen, Allgemeinzustand, Begleiterkrankungen und Therapieansprechen. Die RKI-Zahl umfasst invasive Tumoren und darf nicht auf nicht-invasive Blasentumoren übertragen werden.
- Medizinische Einordnung
- Kontrollbedürftig / mit Ärzt:innen besprechen.
- Sicherheitshinweis
- Dieses Portal bietet allgemeine medizinische Informationen. Es ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Therapie. Treffen Sie keine gesundheitlichen Entscheidungen allein auf Basis dieser Inhalte, sondern wenden Sie sich bei Fragen oder Beschwerden an medizinisches Fachpersonal.
