Patavio-Glossar · Redaktioneller Eintrag

Extranodales Marginalzonen-Lymphom des MALT-Typs (MALT-Lymphom) verständlich erklärt

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Informationen zum Begriff

Verständlich erklärt
Das MALT-Lymphom ist eine meist langsam wachsende Krebserkrankung bestimmter B-Zellen des Immunsystems. B-Zellen sind eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen und gehören zum Immunsystem. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei der Bildung von Antikörpern. MALT ist eine englische Abkürzung für lymphatisches Gewebe, das mit Schleimhäuten verbunden ist. „Extranodal“ bedeutet, dass die Erkrankung außerhalb der eigentlichen Lymphknoten entsteht. MALT-Lymphome können in verschiedenen Organen vorkommen; am häufigsten ist der Magen betroffen. Auch beispielsweise Lunge, Speicheldrüsen, Augenregion oder Schilddrüse können betroffen sein.
Verwandte Krankheitsbilder
  • Follikuläres Lymphom: Andere meist langsam wachsende B-Zell-Krebserkrankung mit anderer Zellherkunft. B-Zellen sind eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen und gehören zum Immunsystem. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei der Bildung von Antikörpern.
  • Mantelzell-Lymphom: Andere Form eines B-Zell-Lymphoms mit charakteristischen genetischen Veränderungen. B-Zellen sind eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen und gehören zum Immunsystem. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei der Bildung von Antikörpern.
  • Magenkarzinom: Bösartiger Tumor, der aus Zellen der Magenschleimhaut entsteht. Ein MALT-Lymphom des Magens entsteht dagegen aus Zellen des Immunsystems.
Häufige Symptome
  • Beschwerden hängen stark vom betroffenen Organ ab
  • bei Magenbefall beispielsweise Oberbauchbeschwerden, Übelkeit oder Völlegefühl möglich
  • andere MALT-Lymphome können lange kaum Beschwerden verursachen
  • ungeklärtes Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust sind nicht zwingend vorhanden
Allgemeiner Verlauf
MALT-Lymphome wachsen häufig langsam. Die Behandlung richtet sich stark nach dem betroffenen Organ, der Ausbreitung und möglichen auslösenden Faktoren. Beim MALT-Lymphom des Magens kann eine Infektion mit Helicobacter pylori eine besondere Bedeutung haben; bei entsprechenden Fällen kann bereits die gezielte Behandlung dieser Bakterieninfektion zur Rückbildung des Lymphoms beitragen.
Verlauf, Heilbarkeit und Aussichten

Verlauf: Das MALT-Lymphom ist ein meist langsam wachsendes Lymphom, das außerhalb von Lymphknoten in schleimhautassoziiertem Gewebe entsteht. MALT steht für „mucosa-associated lymphatic tissue“, also schleimhautassoziiertes lymphatisches Gewebe. Die Erkrankung kann in verschiedenen Organen auftreten, besonders häufig im Magen. Deshalb gibt es keinen völlig einheitlichen Verlauf. Bei manchen Betroffenen bleibt die Erkrankung lange stabil; bei einem beschwerdefreien Verlauf kann zunächst kontrolliertes Beobachten möglich sein. Chronische Infektionen oder Autoimmunerkrankungen können bei einzelnen Lokalisationen eine wichtige Rolle spielen.

Heilbarkeit und Behandlung: Ein örtlich begrenztes MALT-Lymphom kann je nach betroffenem Organ heilbar sein. Die Onkopedia-Leitlinie beschreibt die Strahlentherapie in den Stadien I und II für viele Lokalisationen als potenziell kurativ, also auf Heilung ausgerichtet. Bei bestimmten lokalisierten Formen können auch Operationen kurativ sein. Beim MALT-Lymphom des Magens kann die Behandlung einer Helicobacter-pylori-Infektion, eines bestimmten Magenbakteriums, eine zentrale Rolle spielen. Bei weiter ausgebreiteter Erkrankung können medikamentöse Therapien eine Remission, also einen deutlichen Rückgang der Erkrankung, und langfristige Krankheitskontrolle erreichen.

Lebenserwartung beziehungsweise Aussichten: Das RKI weist für Deutschland für 2021 bis 2023 ein relatives 5-Jahres-Überleben von 92 Prozent bei Frauen und 93 Prozent bei Männern aus. Relativ bedeutet, dass das Überleben der Erkrankten mit dem erwarteten Überleben der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts verglichen wird. Diese Gruppenwerte sind keine persönliche Lebenszeitprognose. Die persönliche Aussicht hängt besonders von Stadium, betroffenem Organ, Alter, bestimmten Labor-Risikofaktoren, krankheitsrelevanten Infektionen, Therapieansprechen und Ausbreitung der Erkrankung ab.

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