Deauville-Score 1–5 bei PET/CT von Lymphomen verständlich erklärt
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Informationen zum Begriff
Verständlich erklärt
Der Deauville-Score ist eine fünfstufige Bewertung, die bei bestimmten Lymphomen – Krebserkrankungen von Zellen des Immunsystems – in einer PET/CT-Untersuchung verwendet werden kann.
Eine PET/CT verbindet zwei Untersuchungen: Die CT zeigt die Form und Größe von Organen und Gewebe. Die PET zeigt zusätzlich, wie stark bestimmte Gewebe einen schwach radioaktiv markierten, zuckerähnlichen Untersuchungsstoff aufnehmen. Häufig wird dafür FDG verwendet. FDG ähnelt Traubenzucker. Gewebe mit einem erhöhten Zuckerstoffwechsel kann davon mehr aufnehmen und dadurch in der PET stärker sichtbar werden.
Beim Deauville-Score wird die Aufnahme dieses Untersuchungsstoffs in auffälligen Bereichen vor allem mit zwei Referenzbereichen verglichen: mit der Aktivität im Blutraum des mittleren Brustkorbs und mit der Leber.
Vereinfacht bedeuten die fünf Stufen:
- Deauville 1: keine auffällige Aufnahme des Untersuchungsstoffs, - Deauville 2: Aufnahme höchstens so stark wie im Referenzbereich des mittleren Brustkorbs, - Deauville 3: stärker als dort, aber höchstens so stark wie in der Leber, - Deauville 4: stärker als in der Leber, - Deauville 5: deutlich stärker als in der Leber und/oder Auftreten neuer auffälliger Bereiche.
Der Score beschreibt damit die Stoffwechselaktivität im PET und nicht einfach die Größe eines Lymphknotens oder Tumors.
Bedeutung im Alltag
Der Deauville-Score ist kein Krebsstadium von 1 bis 5. Ein Wert von 4 bedeutet also beispielsweise nicht „Stadium 4“.
Er wird insbesondere genutzt, um zu beurteilen, wie Stoffwechselaktivität eines Lymphoms auf eine Behandlung reagiert hat. Bei bestimmten aggressiven Lymphomen werden Werte 1 und 2 in der Regel als komplette metabolische Remission gewertet – das bedeutet, dass in der PET keine für das Lymphom relevante erhöhte Stoffwechselaktivität mehr erkennbar ist. Werte 4 und 5 können auf noch aktives Lymphomgewebe hinweisen. Die Bedeutung von Deauville 3 kann je nach Lymphomart und Untersuchungssituation unterschiedlich sein.
Auch ein höherer Deauville-Wert sollte deshalb nicht isoliert als Beweis für einen Rückfall oder ein Versagen der Behandlung gelesen werden. Entzündungen und andere nicht krebsbedingte Vorgänge können den verwendeten Untersuchungsstoff ebenfalls verstärkt aufnehmen. Außerdem spielt es eine Rolle, ob die PET/CT während einer Behandlung oder nach ihrem Abschluss durchgeführt wurde.
Typische Unterlagen
PET/CT-Befund
nuklearmedizinischer Befund – also der Bericht aus dem Fachgebiet, das unter anderem schwach radioaktiv markierte Untersuchungsstoffe für Diagnostik verwendet
hämatologischer oder onkologischer Arztbrief
Befund zur Beurteilung des Therapieansprechens eines Lymphoms
Medizinische Einordnung
Kontrollbedürftig / mit Ärzt:innen besprechen.
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