Informationen zum Begriff
- Verständlich erklärt
- Die chronische myeloische Leukämie, kurz CML, ist eine Krebserkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark. Das Knochenmark befindet sich im Inneren vieler Knochen und bildet dort die Blutzellen. „Myeloisch“ bedeutet, dass eine bestimmte Entwicklungslinie der Blutbildung betroffen ist. Kennzeichnend für die CML ist fast immer eine genetische Veränderung mit dem Namen BCR::ABL1. Dabei werden Abschnitte zweier Gene miteinander verbunden. Diese Veränderung gibt den betroffenen Zellen ein dauerhaftes Wachstumssignal und führt dazu, dass sich bestimmte weiße Blutkörperchen unkontrolliert vermehren.
- Verwandte Krankheitsbilder
- Akute myeloische Leukämie (AML): Ebenfalls eine Krebserkrankung der myeloischen Blutbildung, die jedoch typischerweise rasch verläuft und sich biologisch von der CML unterscheidet.
- Chronische lymphatische Leukämie (CLL): Krebserkrankung bestimmter reifer weißer Blutkörperchen, der sogenannten B-Lymphozyten. Sie gehört zu einer anderen Zelllinie als die CML.
- Reaktive Vermehrung weißer Blutkörperchen: Auch Infektionen oder starke Entzündungen können zu sehr hohen Zahlen weißer Blutkörperchen führen. Dies ist keine Leukämie.
- Häufige Symptome
- häufig zunächst keine Beschwerden
- auffällig hohe Zahl weißer Blutkörperchen bei einer Blutuntersuchung
- Müdigkeit oder Leistungsminderung
- Nachtschweiß
- ungewollter Gewichtsverlust
- Druck- oder Völlegefühl im linken Oberbauch durch eine vergrößerte Milz möglich
- Allgemeiner Verlauf
- Die CML beginnt bei den meisten Betroffenen in einer vergleichsweise stabilen chronischen Phase. Mit heutigen gezielt wirkenden Medikamenten kann die Erkrankung bei vielen Menschen langfristig kontrolliert werden. Ohne wirksame Behandlung kann sie in eine deutlich aggressivere Krankheitsphase übergehen. Deshalb gehören regelmäßige Kontrollen der BCR::ABL1-Veränderung fest zur Behandlung.
- Verlauf, Heilbarkeit und Aussichten
Verlauf: Die chronische myeloische Leukämie (CML) wird heute meist in der chronischen Phase erkannt. Ursache ist die Genveränderung BCR::ABL1, durch die ein dauerhaft aktives Eiweiß das Wachstum bestimmter Blutzellen antreibt. Tyrosinkinase-Hemmer sind zielgerichtete Medikamente, die dieses krankheitsauslösende Signal blockieren. Unter wirksamer Behandlung kann die CML bei vielen Betroffenen über viele Jahre sehr gut kontrolliert werden. Reicht die Wirkung nicht aus, können Resistenzmutationen auftreten oder die Erkrankung in eine deutlich aggressivere Blastenphase übergehen.
Heilbarkeit und Behandlung: Die CML wird mit Tyrosinkinase-Hemmern meist als langfristig kontrollierbare chronische Erkrankung behandelt. Eine tiefe molekulare Remission bedeutet, dass BCR::ABL1 nur noch in sehr geringer Menge oder nicht mehr nachweisbar ist. Bei ausgewählten Betroffenen mit über längere Zeit stabiler tiefer Remission kann unter engmaschigen Kontrollen ein Absetzversuch erfolgen; bleibt die Erkrankung danach kontrolliert, spricht man von therapiefreier Remission. Das ist nicht automatisch mit sicherer Heilung gleichzusetzen. Eine allogene Stammzelltransplantation mit Stammzellen einer Spenderin oder eines Spenders kann in ausgewählten Hochrisiko-Situationen eine kurative Option sein, ist wegen ihrer Risiken aber keine Standard-Erstbehandlung.
Lebenserwartung beziehungsweise Aussichten: Das RKI weist für Deutschland 2021 bis 2023 ein relatives 5-Jahres-Überleben von 74 Prozent bei Frauen und 79 Prozent bei Männern aus. Relativ bedeutet, dass das Überleben der Erkrankten mit dem erwarteten Überleben der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts verglichen wird. Diese Gruppenwerte sind keine persönliche Lebenszeitprognose. Die aktuelle Onkopedia-Leitlinie beschreibt die Lebenserwartung unter konsequenter moderner Therapie als nahezu normalisiert. Besonders wichtig sind Krankheitsphase, molekulares Ansprechen, Resistenz, Verträglichkeit und regelmäßige Einnahme der Behandlung.
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