Patavio-Glossar · Redaktioneller Eintrag

Bethesda-Kategorien I–VI bei Schilddrüsenzytologie verständlich erklärt

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Informationen zum Begriff

Verständlich erklärt
Die Bethesda-Kategorien I bis VI dienen dazu, das Ergebnis einer Zelluntersuchung aus einem Schilddrüsenknoten einheitlich zu beschreiben.

Für die Untersuchung werden mit einer sehr dünnen Nadel einzelne Zellen aus einem Schilddrüsenknoten entnommen. Dies wird Feinnadelpunktion genannt. Anschließend werden die Zellen unter dem Mikroskop untersucht. Eine solche Untersuchung einzelner Zellen heißt Zytologie.

Das Bethesda-System teilt den Befund in sechs Gruppen ein:

- Bethesda I – nicht ausreichend beurteilbar: Es wurden nicht genügend oder nicht ausreichend geeignete Zellen gewonnen, um den Knoten zuverlässig einzuordnen.
- Bethesda II – gutartig: Die untersuchten Zellen zeigen einen gutartigen Befund.
- Bethesda III – unklarer Befund: Die Zellen zeigen Veränderungen, die sich nicht sicher als gutartig oder verdächtig einordnen lassen.
- Bethesda IV – follikuläre Neubildung beziehungsweise Verdacht darauf: Die Zellen zeigen ein bestimmtes Wachstumsmuster der hormonbildenden Schilddrüsenzellen. Aus der Zellprobe allein lässt sich dabei häufig nicht entscheiden, ob die Veränderung gutartig oder bösartig ist.
- Bethesda V – Verdacht auf Bösartigkeit: Der Zellbefund ist deutlich verdächtig für Krebs, erfüllt aber nicht alle Voraussetzungen für eine eindeutige zytologische Einordnung als bösartig.
- Bethesda VI – bösartiger Zellbefund: Die untersuchten Zellen zeigen Merkmale einer bösartigen Erkrankung.
Bedeutung im Alltag
Die Zahlen I bis VI sind keine Krebsstadien. Bethesda VI bedeutet also nicht „Schilddrüsenkrebs im Stadium 6“, und Bethesda IV bedeutet nicht automatisch, dass Krebs vorliegt.

Besonders wichtig ist Bethesda IV: Bei bestimmten Schilddrüsentumoren kann die Zelluntersuchung allein nicht sicher zwischen einer gutartigen und einer bösartigen Veränderung unterscheiden. Dafür muss gegebenenfalls untersucht werden, wie die veränderten Zellen gegenüber ihrer Gewebehülle und den umliegenden Blutgefäßen wachsen. Das lässt sich erst an einer größeren Gewebeprobe beziehungsweise nach einer Operation zuverlässig beurteilen.

Auch Bethesda I bedeutet nicht „alles unauffällig“. Es bedeutet zunächst nur, dass die gewonnene Probe für eine zuverlässige Beurteilung nicht ausreichend war.

Bei Bethesda III bis V wird das weitere Vorgehen deshalb nicht allein anhand der Zahl entschieden. Ultraschallbefund, Größe und Entwicklung des Knotens, persönliche Risikofaktoren und gegebenenfalls eine erneute Punktion, zusätzliche Untersuchungen oder eine Operation werden gemeinsam berücksichtigt.

Zusätzlich wichtig: In Deutschland können verschiedene Befundsysteme verwendet werden. Neben dem sechsstufigen Bethesda-System gibt es eine deutsche Einteilung mit einer anderen Zahl von Kategorien. Die Nummern dieser Systeme dürfen daher nicht einfach eins zu eins miteinander gleichgesetzt werden.
Typische Unterlagen
  • Befund einer Feinnadelpunktion der Schilddrüse
  • zytologischer Befund – also der Bericht über die mikroskopische Untersuchung einzelner Zellen
  • Schilddrüsenambulanz
  • endokrinologischer oder nuklearmedizinischer Arztbrief
  • Operationsplanung bei einem Schilddrüsenknoten
Medizinische Einordnung
Kontrollbedürftig / mit Ärzt:innen besprechen.
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