Patavio-Glossar · Redaktioneller Eintrag

Antiresorptiva-assoziierte Kiefernekrose verständlich erklärt

Dieser Glossareintrag wurde redaktionell erstellt. Für seine Anzeige wird keine KI verwendet.

Informationen zum Begriff

Verständlich erklärt
Eine Antiresorptiva-assoziierte Kiefernekrose ist eine Schädigung des Kieferknochens, die im Zusammenhang mit bestimmten Medikamenten auftreten kann, die den Knochenabbau hemmen. Solche Medikamente werden Antiresorptiva genannt. Dazu gehören insbesondere Bisphosphonate – eine Gruppe knochenabbauhemmender Medikamente – und Denosumab, ein ebenfalls knochenabbauhemmender Wirkstoff. „Nekrose“ bedeutet, dass Gewebe abstirbt. Bei der ausgeprägten Form kann Kieferknochen länger als acht Wochen freiliegen oder über einen kleinen Verbindungsgang zur Mundschleimhaut erreichbar sein. Ein solcher Verbindungsgang wird medizinisch Fistel genannt. Eine frühere Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich oder eine Absiedlung von Krebszellen im Kiefer – eine sogenannte Metastase – muss als andere mögliche Ursache berücksichtigt werden.
Verwandte Krankheitsbilder
  • Osteoradionekrose des Kiefers: Schädigung und Absterben von Kieferknochen nach einer Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich. Sie hat eine andere Ursache.
  • Von Zähnen ausgehende Kieferinfektion: Infektion, die von einem Zahn oder seinem Halteapparat ausgeht und keine medikamentenassoziierte Kiefernekrose sein muss.
  • Kieferosteomyelitis: Entzündung des Kieferknochens. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben und ist nicht automatisch durch knochenabbauhemmende Medikamente bedingt.
Häufige Symptome
  • freiliegender oder über einen kleinen Verbindungsgang erreichbarer Kieferknochen
  • Schmerzen, Rötung oder Schwellung
  • Wundheilungsstörung
  • Lockerung von Zähnen
  • bei frühen oder niedrig ausgeprägten Formen auch wenige Beschwerden
Allgemeiner Verlauf
Die Erkrankung kann nach zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen auftreten, besonders nach dem Ziehen eines Zahns, aber auch ohne einen solchen Eingriff. Nicht jede verzögerte Wundheilung unter knochenabbauhemmenden Medikamenten ist eine Kiefernekrose. Für die Diagnose werden die verwendeten Medikamente, der Befund im Mund, mögliche andere Ursachen und bei Bedarf Röntgenbilder oder andere Aufnahmen gemeinsam beurteilt.
Medizinische Einordnung
Kontrollbedürftig / mit Ärzt:innen besprechen.
Sicherheitshinweis
Dieses Portal bietet allgemeine medizinische Informationen. Es ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Therapie. Treffen Sie keine gesundheitlichen Entscheidungen allein auf Basis dieser Inhalte, sondern wenden Sie sich bei Fragen oder Beschwerden an medizinisches Fachpersonal.
Zur StartseiteZum Glossar