Informationen zum Begriff
- Verständlich erklärt
- Ein Analkarzinom ist eine bösartige Krebserkrankung im Bereich des Analkanals oder des Analrandes. Der Analkanal ist der letzte kurze Abschnitt des Darms vor der Körperöffnung, der Analrand ist die unmittelbar angrenzende äußere Haut. Die meisten Analkarzinome sind Plattenepithelkarzinome. Das bedeutet, dass der Krebs aus flachen Deckzellen entsteht, die die Oberfläche dieses Bereichs auskleiden. Bei einem großen Teil der Erkrankungen besteht ein Zusammenhang mit einer länger anhaltenden Infektion durch bestimmte Hochrisiko-Typen der Humanen Papillomviren (HPV). Diese Viren können Zellen über längere Zeit verändern und dadurch die Krebsentstehung begünstigen.
- Verwandte Krankheitsbilder
- Rektumkarzinom: Krebs des Mastdarms, also des Darmabschnitts oberhalb des Analkanals. Es handelt sich um eine andere Erkrankung mit anderer Einteilung und Behandlung.
- Hämorrhoidalleiden: Gutartige Vergrößerung beziehungsweise Verlagerung natürlicher Gefäßpolster am Darmausgang. Blutungen oder Beschwerden können denen eines Analkarzinoms ähneln.
- Anale intraepitheliale Neoplasie: Zellveränderung in der oberflächlichen Zellschicht des Analbereichs. Sie kann eine Vorstufe bestimmter Analkarzinome darstellen, ist aber noch kein in tieferes Gewebe eingewachsener Krebs.
- Häufige Symptome
- Blut am Stuhl oder Toilettenpapier
- Schmerzen beim Stuhlgang
- Juckreiz oder Brennen
- tastbare Veränderung am After
- Sekretabgang
- Veränderungen der Stuhlgewohnheiten
- vergrößerte Lymphknoten in der Leiste können vorkommen
- Beschwerden können auch harmlose Ursachen haben
- Allgemeiner Verlauf
- Behandlung und Verlauf hängen unter anderem davon ab, wo der Tumor liegt, wie groß er ist und ob Lymphknoten oder andere Organe betroffen sind. Viele Plattenepithelkarzinome des Analkanals werden mit einer Kombination aus Bestrahlung und krebshemmenden Medikamenten behandelt. Diese Kombination wird medizinisch Radiochemotherapie genannt. Analkrebs ist ausdrücklich vom Rektum- beziehungsweise Mastdarmkrebs zu unterscheiden.
- Verlauf, Heilbarkeit und Aussichten
Verlauf: Analkarzinome sind überwiegend Plattenepithelkarzinome, also bösartige Tumoren aus Zellen der Haut oder Schleimhaut. Lokal und regional begrenzte Erkrankungen können häufig mit Heilungsziel behandelt werden. Entscheidend ist, ob der Tumor auf den Analbereich und regionale Lymphknoten begrenzt ist oder bereits Fernmetastasen, also Tochtergeschwülste in entfernten Organen, vorliegen. Auch nach zunächst erfolgreicher Behandlung kann ein örtlicher Rückfall auftreten; dann hängt die weitere Möglichkeit einer Heilung besonders davon ab, ob Fernmetastasen ausgeschlossen sind.
Heilbarkeit und Behandlung: Bei nicht fernmetastasiertem Analkarzinom ist die Behandlung häufig kurativ, also auf Heilung ausgerichtet. Zentral ist meist eine Radiochemotherapie: Bestrahlung wird dabei mit krebshemmenden Medikamenten kombiniert. Sie kann den Tumor vollständig zurückdrängen und ermöglicht häufig den Erhalt des natürlichen Schließmuskels. Bleibt nach der Behandlung ein Tumor zurück oder tritt örtlich erneut Krebs auf, empfiehlt die deutsche S3-Leitlinie bei fehlenden Fernmetastasen eine Operation in kurativer Intention. Bei metastasierter Erkrankung stehen dagegen meist Krankheitskontrolle, Lebensverlängerung und Linderung von Beschwerden im Vordergrund.
Lebenserwartung beziehungsweise Aussichten: Das RKI weist für Deutschland für 2021 bis 2023 ein relatives 5-Jahres-Überleben von 72 Prozent bei Frauen und 65 Prozent bei Männern aus. Relativ bedeutet, dass das Überleben der Erkrankten mit dem erwarteten Überleben der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts verglichen wird. Diese Gruppenwerte sind keine persönliche Lebenszeitprognose. Wichtig für die individuelle Aussicht sind Stadium, Tumorgröße, Lymphknotenbefall, Fernmetastasen, Allgemeinzustand, Therapieansprechen sowie ein möglicher Resttumor oder Rückfall.
- Medizinische Einordnung
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