Informationen zum Begriff
- Verständlich erklärt
- Die AML ist eine bösartige Erkrankung blutbildender Zellen im Knochenmark. Unreife Zellen der myeloischen Blutbildung vermehren sich unkontrolliert und können dadurch die normale Bildung von roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen verdrängen.
- Verwandte Krankheitsbilder
- Myelodysplastische Neoplasien: bestimmte Formen können in eine AML übergehen
- Akute lymphatische Leukämie: andere akute Leukämieform
- CLL: chronische Erkrankung anderer Blutzellen.
- Häufige Symptome
- Müdigkeit und Blässe durch Anämie
- Infektionen oder Fieber durch gestörte weiße Blutkörperchen
- blaue Flecken oder Blutungen bei zu wenigen Blutplättchen.
- Allgemeiner Verlauf
- Akut beschreibt bei der AML eine Erkrankung, die sich ohne Behandlung typischerweise rasch entwickelt. AML umfasst verschiedene biologische Untergruppen; genetische und molekulare Merkmale sind für ihre genauere Einordnung wichtig.
- Verlauf, Heilbarkeit und Aussichten
Verlauf: Die akute myeloische Leukämie ist eine akut verlaufende und biologisch sehr unterschiedliche Blutkrebserkrankung. Ohne wirksame Behandlung kann sie in kurzer Zeit fortschreiten, weil Leukämiezellen die normale Blutbildung verdrängen. Für Verlauf und Behandlung sind die genaue AML-Unterform sowie zytogenetische und molekulare Merkmale, also Veränderungen der Chromosomen und Gene der Krebszellen, entscheidend. Eine besondere Stellung hat die akute Promyelozytenleukämie (APL), für die eine eigene Behandlung und deutlich günstigere Aussichten bestehen.
Heilbarkeit und Behandlung: Eine AML kann geheilt werden, aber nicht bei allen Betroffenen und nicht in jeder Behandlungssituation. Bei jüngeren sowie bei älteren ausreichend fitten Menschen wird grundsätzlich mit dem Ziel der Heilung behandelt. Die Induktionstherapie, also die erste intensive Behandlungsphase, soll zunächst eine komplette Remission erreichen; eine komplette Remission bedeutet einen sehr weitgehenden Rückgang der nachweisbaren Leukämie, ist aber noch keine Heilung. Die anschließende Konsolidierung, also eine weitere Behandlung zur Sicherung des erreichten Ansprechens, und bei ausgewählten Betroffenen eine allogene Stammzelltransplantation mit Stammzellen einer Spenderin oder eines Spenders sollen verbliebene Leukämiezellen beseitigen und Rückfälle verhindern. Wenn eine intensive, auf Heilung ausgerichtete Therapie nicht vertretbar ist, können weniger intensive Behandlungen die Erkrankung zurückdrängen, das Überleben verlängern und Beschwerden lindern.
Lebenserwartung beziehungsweise Aussichten: Für Deutschland weist das RKI für 2021 bis 2023 ein relatives 5-Jahres-Überleben von 28 Prozent bei Frauen und 27 Prozent bei Männern aus. Relativ bedeutet, dass das Überleben der Erkrankten mit dem erwarteten Überleben der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts verglichen wird. Dieser Gruppenwert umfasst sehr unterschiedliche AML-Unterformen, Alters- und Risikogruppen und darf nicht als persönliche Lebenserwartung verstanden werden. Wichtig sind unter anderem Alter und Allgemeinzustand, AML-Unterform, Veränderungen der Chromosomen und Gene der Krebszellen, das Erreichen einer Remission, noch messbare Resterkrankung nach der Behandlung, Eignung für eine Stammzelltransplantation sowie ein möglicher Rückfall oder eine Erkrankung, die nicht ausreichend auf die Behandlung anspricht.
- Medizinische Einordnung
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